Kirche St. Ägidius

Im Tal Osilniška sind sieben Kirchen aus der Vergangenheit erhalten geblieben und jede ist etwas Besonderes. Die älteste Kirche ist die Kirche St. Egidius in Ribjek, deren Hauptaltar aus dem Jahr 1681 stammt.

Die Kirche wurde an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert im Stil der Spätrenaissance erbaut. Da der Bau schrittweise erfolgte, war die Innenausstattung überwiegend barock. Der Hauptaltar wurde während des Baus der Kirche errichtet, die Seitenaltäre wurden später im Jahr 1697 errichtet. Das Äußere der Kirche ist reich mit genähten Kanten, bemalten Fensterbänken, geweihten Kreuzen und Resten von Fresken verziert. Die vollständig erhaltene Architektur der Spätrenaissance wird durch hochwertige frühbarocke Ausstattung wie Barockaltäre, eine Kanzel und eine bemalte Kassettenholzdecke im Kirchenschiff bereichert. Die Kirche ziert auch ein Glockenturm auf einem Hufeisen, der mit einem Schindeldach gedeckt ist und für diese Orte recht ungewöhnlich ist.

Neben der Kirche befindet sich auch ein Friedhof. Kurioserweise steht die Kirche auf der Linie, die den versteinerten Mann unter der Loka-Mauer und die Gottesmutter auf Sveta gora verbindet. Die Kirche mit ihrem Schutzpatron Egidius erinnert uns an die Angst, das Zittern und die Bedrohungen der Zeit (türkische Gefahr, Volksmärchen über den versteinerten Mann – einen Jäger und seine Familie, die am Fest der Gottesmutter auf die Jagd gingen… ).

 

Die Tour dauert ca. 15 Minuten und kostet 1 € pro Person.

Die Legende von Ehemann und Großmutter

Ein Mann, der hier zu Hause ist oder als Tourist hierher kommt, starrt auf die mächtige und majestätische Loka-Mauer, die sich wie ein Auswuchs des Fürstenschwanzes über Ložec erhebt. Die Einheimischen erzählen Ihnen viel über einzelne Teile der Mauer (zum Beispiel die Uhr) und vor allem natürlich über den Mann. Die folgende Erzählung wurde über ihn geschrieben.

In Ribjek lebte einmal eine Familie: ein Mann, eine Frau und drei Kinder. Der Ehemann war ein leidenschaftlicher Jäger, der viele Male auf die Jagd ging. Die Frau war zu Hause und kümmerte sich um die Familie, das Heim und den kleinen Bauernhof. So ging der Mann eines Tages, es war Sonntag, ein großer Feiertag, früh morgens auf die Jagd. Er beobachtet, pirscht und wartet schon seit geraumer Zeit auf Wild. Er war schon hoch in die Wand geklettert, aber nichts gefunden, geschweige denn erschossen. Als wäre nicht der richtige Tag zum Jagen, als hätte sich etwas gegen ihn verschworen. Keine Tiere sind zu übersehen, alles ist irgendwo versteckt. Er wurde ungeduldig und die Wut in ihm wuchs. Wie kommt man ohne Beute nach Hause? Das wäre ihm zu schade. Der Morgen geht schon zu Ende, die Sonne steht hoch und er hat noch nicht einmal geschossen!

Inzwischen eilte die Frau, die morgens zu Hause alles aufräumte und sich um die Kinder kümmerte, schon den Bergrücken oberhalb von Ribjek entlang und brachte ihrem Mann Essen, damit er nicht verhungerte. Sogar die älteren Kinder wurden der Einsamkeit müde und gingen ihrer Mutter nach. Nur die Kleinsten blieben in der Wiege. In der Stille und Schönheit, die im Tal herrschte, war das Fest des Tages zu spüren, an dem andere Menschen pilgerten. Nur unserer Familie war das egal. Die Sonne stand am höchsten am Himmel, die Uhr in der Wand zeigte Mittag und dann läutete die Glocke auf dem Berg Athos. Von weitem ist der berühmte Klang der heiligen Bergglocke zu hören, bis hin zu unserem Jäger, der seinen Zorn nicht mehr überwinden konnte. Als er die Glocke der Kirche der Muttergottes vom Berg Athos hörte, schnappte er sich ein Gewehr und zielte damit auf den Berg Athos und schoss. Zum ersten und letzten Mal an diesem Tag. Warum er im Nu versteinert war, seine treue Frau, die ihm Essen brachte, und die Kinder, die bei ihren Eltern sein wollten. Gottes Strafe für menschliche Sünden und Einbildung, sagt die Volksweisheit. Dass dies tatsächlich so war, bezeugen stillschweigend die steinernen Säulen – die bis heute erhaltenen Nadeln.

Der Mann steht auf einem Regal unter der Spitze der Loška stena. Es ist zu einem der Wahrzeichen des Tals geworden. In der Mitte des Höhenrückens, der oberhalb von Ribjek beginnt, steht eine Frau (im Volksmund Baba) inmitten eines Kiefernwaldes und darunter ein Kind. Nur das Baby in der Wiege entkam dem Untergang. Wenn wir die Straße von Stari Malnov in Richtung Ribjek entlang fahren, haben wir einen schönen Blick auf die Loka-Mauer mit dem Mann, der uns alle trägt. Mit ein wenig Fantasie wird die Legende des Mannes vor uns lebendig.


Juni 8, 2021  -  Sightseeing